Es ist doch unglaublich, unfassbar, was das Leben an manchen Tagen mit sich bringt. An einem Tag, der in der Tageshektik an einem vorbeifliegt und an dem längst die Tagesuhrzeit zum Abendbrot einlädt, nimmt man einen neuen Weg auf sich und darf Stunden erleben, über die es sich selbst lohnt um 4 Uhr Nachts zu schreiben.
Ich habe Angst, diese Erinnerung zu verlieren. Sie nicht aufgeschrieben zu haben, archiviert für mich, für meine Nachkommen, oder einfach, um mich zu anderen Zeiten zurückbesinnen zu können. Gefühle aufzuerwecken, Gespräche revuepassieren zu lassen oder Menschen im Gedächtnis zu behalten, die einem auf diesem Lebensweg wieder Neues, Inspirierendes mitgegeben haben.
Manchmal denke ich, jeder Tag, der nicht aufgeschrieben wurde, in seinen Erlebnissen, ist ein verlorener Tag. Ein Tag, der Gefühle mit sich bringt, die so kostbar sind wie das Leben selbst. Unbezahlbar und zu tragisch, nicht festgehalten zu werden. Ich will jeden Moment genießen, und auch vergangene Momente noch einmal genießen, sobald ich eigene Zeilen lese.
Mein Kopf ist so voll von Eindrücken. Von so viel Bestätigung. Von so viel Dankbarkeit. Von so viel Herz. Es wird mich einige Zeit kosten, alle Gedanken zu sortieren und zu verwerten. Und Sie weiterzugeben. Ein Stück Lebenserfahrung, ein Stück Liebe. Eine warme Melodie des Schicksals. Eine Melodie, die es nicht zu vergessen lohnt. Eine, die aufbewahrt werden muss.
Ich bin so schlecht im Schreiben, und doch Schreibe ich so gern.
Ich möchte mich bei mir selbst entschuldigen, dass ich das Jahr 2009 nicht festgehalten habe. Es war ein emotionales Jahr, ein Jahr mit Veränderung - in jeglicher Hinsicht positiv. Ich bin so dankbar, dass ich dieses Leben führen darf. Und das es mir dabei gut geht. Und es tut mir innerlich weh, dass ich oftmals zuviel von diesen guten Dingen habe und andere Menschen währenddessen um Ihr Leben kämpfen. Doch lacht man, lacht die Welt mit Dir, und weinst Du, dann weinst Du allein (danke an meinen Bruder an dieser Stelle). Wie oft musste ich mir das eingestehen.
2009 habe ich Wünsche gehabt, und ich habe eine kleine Vision gehabt. Diese Wünsche betrafen überwiegend mein privates Leben und man schenkte mir eine großartige Person mit sehr viel Herz, die heute an meiner Seite steht. Diese Wünsche wurden erfüllt. Ohne wenn und aber. Die Vision betraf das rein geschäftliche, die Zeit, die von meinem Tag mind. 90% ausmacht. Und doch gewinne ich in diesen 90% geschäftlichem so viel menschliches für mich, für mein Umfeld, für mein ganzes Leben. Denn ich lebe manchmal einen winzigen Traum, wenn ich zurückblicke und schätze, was ich eigentlich habe. Diese Vision hat sich auch verwirklicht und ich bin stolz auf diejenigen, die dabei mitwirken.
Ich verdanke den heutigen Abend einem sehr einflussreichen Menschen, den ich über die wenigen Jahre, die ich mit ihm zusammenarbeite, immer mehr ins Herz geschlossen habe. Jemand, der mich als Mensch versteht, mich sieht, und mir hilft, ohne dass ich es wirklich zum Ausdruck gebracht habe, es zu wollen. Ich respektiere diese Beziehung in einer absoluten Form und trete dem ganzen immer sehr emotional entgegen, weil ich mir eigentlich gewiss bin, mein Herz hier nicht zerstören zu können.
Dieser Mensch hat mich heute Abend eingeladen, einen besonderen Anlass fotografisch zu begleiten. Es war der 5. Januar 2010, und das Prinzenpaar des Düsseldorfer Karneval hat Vorstände, Prinzen und Venetien geladen. Für mich war aber nach kurzer Zeit klar, dass ich nicht als Fotograf bestellt wurde. Ich war in dieser vertrauten Runde geladener Gast.
Schnell wurden mir Menschen vorgestellt, die auf sehr festen Säulen sitzen. Man stellt mich mit hochlobenden Worten vor. Es ist mir peinlich. Menschen, zu denen man eine gute Verbindung pflegen sollte. Menschen, die verschiedener nicht sein können und man doch erkennt, welche Menschen einem Leben Inspiration und Glücklichkeit verleihen können nur indem Sie Dir 20 Minuten Ihres Lebens und ein Gespräch schenken. Menschen mit weniger Einfluss, Menschen mit viel Einfluss. Da sitzen Direktoren, da essen Vorstände. Da kommt ein Aufsichtsratvorsitzender eines großen Instituts von weit her angereist. Da sitzen Menschen mit Herz, die Dir dieses anvertrauen. Persönliches preisgeben. Und von Dir selbst in einer ehrlichen Art schwärmen und das auch zugeben.
Ich bin so stolz, das darf ich mir nicht verheimlichen.
Ich habe so viele Worte eingesammelt, die all das rechtfertigen, meinen Kopf jeden Tag so sehr zu belasten. Die es rechtfertigen, dass mein Weg der Richtige sein kann. Die mir Glauben schenken, weiter zu machen. Und all das auch weiterzugeben. An Menschen, die es verdient haben. Menschen die ich mag. So wie die Menschen, die mich mögen und mir diese Worte schenken.
Man setzt mich für den Abend an den Tisch des Prinzenpaares. Man lässt mich bei einem Herren sitzen, der mir sein Vertrauen schenkt und mir ein Stück Erfahrung weitergibt. Ohne, dass er mich kennt. Jemand, entgegen der Oberflächlichkeit. Ein Mann mit Herz. Viele Stunden später spricht mich seine Frau an. Ein langes Gespräch folgt. Über die Liebe, die Karriere, den Glauben, ... Dinge, die im Leben wirklich eine Rolle spielen. Und ich kann Sie faszinieren. Sie ist erstaunt, dass ihr Mann mit mir so viel persönliches geteilt hat. Ihr Mann ist fasziniert von mir, sagt Sie. Sie spricht davon, dass es unglaublich ist, dass ein Mensch mit 24 Jahren so weise sprechen kann. Das ich, Nicholas, eine unschlagbare Ausstrahlung habe. Und Sie mir nicht sagen kann, woran das liegt. Wir reden viel über Vertrauen. Auch ihr Mann hat zuvor über die Wichtigkeit von Vertrauen gesprochen. Sie verriet mir, dass Ihr Mann nur über den Blick verläuten ließ, dass er mit mir ein gutes Gespräch führe.
Manche Menschen drängen Dich weg. Manche wollen sich nicht auf Dich einlassen. Manche wollen nichts von sich preisgeben. Und ich weiss jetzt, dass man dadurch kläglich verliert. Das ein Leben nicht so wertvoll sein kann, wenn man von diesen simplen, aber bedeutenden Dingen abweicht.
Ich bin so stolz, das darf ich mir nicht verheimlichen.
Sie reden davon, dass sie sich freuen, mich wiederzusehen. Mir mir Zeit zu verbringen und Gespräche zu führen. Und auch wenn ich diese Zeit nicht habe und ich diese Zeit zu gerne meiner Freundin widme, so möchte ich diese Kontakte nicht verlieren. Es war immer mein Traum, ein Netzwerk wie mein derzeitiges zu besitzen. Von so intelligenten Leuten umgeben zu sein. Das macht viel glücklicher, als Taler zu zählen.
Er sagt, mein Weg ist vorprogrammiert. Steil nach oben. Und während er es sagt, macht es mich glücklich. Und doch falle ich im gleichen Moment sehr tief, aus Angst diese Vorstellungen nie erfüllen zu können. Falsche Wege zu gehen. Selbstzweifel. Und doch weiss ich auch, eine kleine Welt für mich erobern zu können. Sie festzuhalten. Ihr etwas von mir zu geben. Sie auskosten. Und den Geschmack weitergeben zu können.
Kurze Zeit später bekomme ich einen Prinzenorden um den Hals gelegt. Kurze Zeit später fühle ich mich als vollwertiges Mitglied einer Gesellschaft, die ich so nie zu schätzen wusste. Die ich nie kannte. Jetzt bin ich eingeladen. Und fühle mich willkommen. Ich bin so emotional.
2010 kann ein erfahrungsreiches Jahr werden. Ich glaube fest daran. Es hat so toll begonnen. Obwohl ich mich dazu entschied, Silvester alleine zu verbringen. Ohne Gesellschaft. Nur für mich. Einen Schluck Bier habe ich mir um 0 Uhr gegönnt. Ich wollte alleine sein.
Denn manchmal muss man einfach alleine in den leuchtenden Himmel sehen und darüber nachdenken, was das Leben mit sich bringt.
Jedenfalls haben die nachfolgenden Tage mir gezeigt, dass ich ganz und gar nicht alleine bin. Und ich so stolz auf Euer Dasein sein kann.
Danke dafür.
http://www.youtube.com/watch?v=sfk_ghKgC3Y (den text beziehe ich jetzt auf die welt und die lieben menschen, die bei mir sind.)
NB: Jungs, ich komm' später in die Agentur - es ist spät und ich brauche Schlaf. Ich verlege die Arbeitszeit wohl in die nächste Nacht :- ) Cool, dass Ihr dabei seid.
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